Gefährliche Kombination

Anlässlich eines Interviews für einen Fachartikel “Burnout bei Ärzten und Heilberufen” kam die Frage auf: Welche Kombination von Grundtypen bei Burnout sind besonders gefährdet?

Ganz klarer Spitzenreiter – und dies nicht nur bei Therapeuten/Ärzten –  ist die Kombination zwischen Helfersyndrom und Perfektionismus.

 

Beim Helfersyndrom verschleißen sich die Betroffenen, da sie für alle und jeden ein offenes Ohr haben, für andere immer da sind und so sich mehr zumuten, als es ihre Kräfte erlauben. Ihre scheinbare Aufopferung rührt daher, dass sie durch ihr Helfen das eigene Selbstwertgefühl nähren wollen. Wenn sie anderen helfen, fühlen sie sich wichtig und gebraucht. Häufig wissen Sie mehr um die Bedürfnisse anderer als um ihre eigenen Bescheid. Anzeichen eines Helfersyndroms sind gegeben, wenn die Bilanz zwischen Geben und Nehmen nicht mehr stimmt. Sie geben mehr, als sie bekommen. Helfer hören dann nicht (mehr) auf die Bedürfnisse des Hilfsbedürftigen, sondern helfen ungefragt. Diese Retterrolle macht erschöpft, ausgelaugt und chronisch überfordert. Häufig gibt es depressive Phasen und die Therapeuten haben es zu leicht, Symptome mit Medikamenten oder Suchtmittel zu betäuben, um die Belastung weiterhin auszuhalten.

 

Die Perfektionisten wollen stets Hochleistungen vollbringen. Wenn sie das Gefühl haben, dass von anderen nichts mehr zurückkommt oder dass sie ihre Ziele nicht immer erreichen können, sind sie von sich und der Welt enttäuscht, strengen sich vielleicht noch mehr an und ihr Akku läuft langsam leer. Je mehr ihr Akku leer läuft, umso mehr strengen sie sich an und umso wahrscheinlicher kommt es zu einem Burnout.

An dieser Stelle kann ich nur wiederholt darauf hinweisen: Die Grundregeln zur Vermeidung von BurnOut beginnen im Kopf. So gibt es u.a.  zwölf Regeln zur Selbsthilfe:

Link:http://www.naturamed.de/burnout/de/verein/bildmaterial/grafiken/naturamed-grafikarchiv.html?start=&view=upload%2Fgrafikgalerie%2F04_grafik.jpg

Dr. Vinzenz Mansmann